Karoline Bünker erklärt uns, was ein Ei-Pi-Pi ist und warum es nicht weh tut, einer zu sein.

Vor lauter BuVo, LaKo, MirKo, WJ, IPP und VO schwirrt nicht nur Gästen unserer Clubabende der Kopf. Auch Neumitglieder und Mitglieder, die hauptsächlich innerhalb ihres Kreises agieren, kommen bei manchen der Abkürzungen ins schwitzen und wissen nicht so richtig, was sie bedeuten. Wir haben uns einen Jaycee (internationale Bezeichnung der WJ) gesucht, der damit bestens vertraut ist: Karoline Bünker.

 

Karoline Bünker ist seit 2012 Mitglied bei den WJ (Wirtschaftsjunioren) Dresden. 2013 wurde sie Vorstandsmitglied der WJ DD und nahm sich des Ressort Presse-/Öffentlichkeitsarbeit an. 2014 hat sie den AK (Arbeitskreis) Politik & Gesellschaft mit gegründet und ihn als stellv. AK-Leiterin unterstützt. Außerdem war sie Teil des Orga-Teams für die FRÜKO (Frühjahresdeligiertenversammlung) in Dresden. 2015 wurde sie stellv. Kreissprecherin der WJ DD, leitete den AK Politik & Gesellschaft und übernahm im LaVo (Landesvorstand) der WJ Sachsen das Ressort Politik.

2016 agierte sie als Kreissprecherin der WJ Dresden und war auf Landesebene noch einmal mit dem Ressort Politik betraut. 2017 übernahm Karoline das Amt der Landesvorsitzenden der WJ Sachsen. Außerdem war sie in diesem Jahr IPP (Immedidate Past President– Vorsitzende des Vorjahres) der WJ Dresden. 2018 nahm sie dann das Sprungbrett auf die nächste Ebene und ist aktuell Mitglied im BuVo (Bundesvorstand), wo sie sich um das Ressort „Politik“ kümmert und IPP der WJ Sachsen.

Während ihres gesamten WJ-Engagements zog Karoline auch immer die organisatorischen Strippen für diverse Veranstaltungen in ihrem Heimatkreis und initiierte Veranstaltungen wie den KHT (Know-how-Transfer). Wir haben die Chance genutzt, mit ihr einen GinTonic zu trinken und nebenbei ein paar Fragen zu stellen:

Karoline, wie bist du bei den Wirtschaftsjunioren gelandet?

Ehrenamt gehört in meiner Familie zu einem ordentlichen Lebensentwurf dazu. Ich habe direkt nach meinem Studium ein Unternehmen gegründet und fand bei den WJ die Möglichkeit, sowohl etwas für das Gemeinwohl zu tun, als auch von Unternehmern und Führungskräften zu lernen, was gute Führung bedeutet. WJ ist mehr als Visitenkarten tauschen, hier lernt man etwas für’s Leben, kann eigene Ideen einbringen und lernt, Leute dafür zu begeistern und ohne Weisungsbefugnis zu führen. Das ist eine Fähigkeit, ohne die man auch als Führungskraft im Beruf heute nicht mehr auskommt.

Wie viele WJ-Konferenzen hast du bereits besucht und welche ist /sind dir besonders im Gedächtnis geblieben?

Meine erste FRÜKO war die in Dresden 2014 und meine erste Konferenz die WEKO (Weltkonferenz, eigentlich JCI World Congress) in Leipzig, beide sind mir natürlich noch besonders in Erinnerung. Die FRÜKO weil sie ein riesen Haufen Arbeit war, da haben wir sechs Wochen lang vorher kaum Schlaf gekriegt – aber es war ein unbeschreibliches Gefühl, das auf die Beine gestellt zu haben. Die BUKO war meine erste „große“ JCI-Erfahrung und ich habe eines dabei gelernt: Auf einer Konferenz nutzt man keine Homehospitality sondern geht in ein Konferenzhotel…

Dein WJ-Engagement hat dich in die verschiedenen Ebenen unseres Verbandes geführt. Was unterscheidet die Arbeit zwischen Kreis-,  Landes- & Bundesebene?

Die Nähe zu den Kollegen. Im Kreis verbringt man die meiste Zeit persönlich miteinander, man lernt sich sehr gut kennen und baut ein starkes Vertrauensverhältnis auf. Als Projektteam sitzt man an der Quelle des WJ-Spirits. Das reizvolle an der Arbeit auf der Landesebene ist, dass man seine Region und die Kreise kennenlernt und der eigene Aktionsradius und Gestaltungsspielraum sich mit jedem Projekt und jedem Thema vergrößern. Im Bundesvorstand ist man ein bisschen in einem eigenen Biotop und es kommt darauf an, den Draht in die Kreise nicht zu verlieren. Das Ziel ist, die bestmöglichen Rahmenbedingungen für das Engagement der Mitglieder zu schaffen und dabei immer die große Linie mitzudenken, die man im Kreis vielleicht nie so stark wahrgenommen hat. Die Zusammenarbeit innerhalb des BuVos verlangt viel Fingerspitzengefühl.

Neben deinen WJ-Aufgaben händelst du Familie & Job. Wie machst du das?

Ich habe einen starken Partner, ohne den das alles nicht möglich wäre. Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, die Balance zwischen Familie, Beruf und Ehrenamt zu halten. In meinem Alltag ist alles miteinander verwoben und aus den verschiedenen Bereichen ziehe ich Motivation, Kraft und Erfahrung für die jeweils anderen. Und Disziplin gehört auch dazu.

Ab 2019 ziehst du dich aus den öffentlichen Ämtern der WJ zurück und kommst wieder in den Kreis um dort mit anzupacken. Warum?

Ich finde die Arbeit im BuVo sehr spannend und erfüllend, aber unsere Region hält zurzeit so viele Aufgaben bereit, dass ich das Gefühl habe, hier in nächster Zeit am nützlichsten zu sein. Es ist trotzdem wichtig, zwischendurch immer wieder mal raus zu kommen, den Fokus und die Perspektive zu wechseln, ich habe also nicht vor, mich einzuigeln.

Hast du für deine künftige Arbeit im Kreis ein bestimmtes Ziel vor Augen?

Als ich noch stärker im Kreis eingebunden war sind eine ganze Menge reizvoller Ideen entstanden, die noch auf ihre Umsetzung warten. Was uns meiner Erfahrung nach zusammenhält ist das Gefühl, gemeinsam wirksam zu sein, unsere Gegenseitige Wertschätzung resultiert aus gemeinsamer „hands on“-Erfahrung. Mein WJ-Startpunkt war der Arbeitskreis Politik & Gesellschaft und hier sehe ich – gerade jetzt – viel Potential dafür. Und wenn man kreative Menschen zusammenbringt lässt sich gar nicht verhindern, dass etwas Neues entsteht.

Hast du einen Rat an alte WJ-Hasen?

Erfahrung auf verschiedenen Ebenen des Verbandes schärft den Blick für Strategien, für große Bögen. Das ist gut für die Verbandsarbeit, aber zu viel Draufsicht kann auch demotivierend wirken, denn das eigentliche Engagement entsteht bei uns an der Basis. Was ich damit sagen will: Es ist wertvoll, wenn die „alten Hasen“ sich die Fähigkeit erhalten, sich auf neue Ideen einzulassen und den Raum für neue Erfahrungen – auch für Fehler – offen zu lassen. Es ist verführerisch, anderen alle Sackgassen ersparen zu können, in denen man selber schon gesteckt hat, aber Disruption ermöglicht Innovation. Ich hoffe nur, dass ich mich an diese Worte später selber erinnere…

Möchtest du uns abschließend etwas zu deinem beruflichen Alltag erzählen?

Jeder kennt doch so genannte „Säulen der Gesellschaft“, Menschen, die sich gesellschaftlich engagieren, Veränderungen anpacken und Menschen mitnehmen können. Meistens sind diese Menschen auch beruflich sehr erfolgreich, da gehen berufliche und gesellschaftliche Führungskraft Hand in Hand. Solche Menschen brauchen wir in unserer Region. Seit 1,5 Jahren baue ich den Dresdner Standort von Common Purpose Deutschland auf und bringe da Führungskräfte aus Wirtschaft, Verwaltung und Non-Profit-Organisationen zusammen, um voneinander und miteinander zu lernen und dabei auch noch die sektorenübergreifende Zusammenarbeit zu fördern. Common Purpose ist eine internationale gemeinnützige Organisation, die sich seit fast 30 Jahren mit dem Wandel von Arbeitswelt und Gesellschaft beschäftigt – ich finde das faszinierend (und wundere mich nicht, dass zu meinen ersten Teilnehmern Wirtschaftsjunioren zählen). Wer mehr darüber wissen möchte, kann gern mal reinschauen: https://commonpurpose.org/deutschland/

Liebe Karoline, herzlichen Dank für deine Zeit und das Interview!

Text: Carolin Grafe